Kranich der Abenddämmerung
Ein armer aber gutherziger, junger Mann findet eines Tages einen erschossenen Kranich. Er nimmt sich den Vogel an und pflegt ihn mit Wärme und Zärte bis er wieder fliegen kann.
Aus Dankbarkeit und Liebe verwandelt sich der Kranich in einen Menschen und kommt zu dem Mann als eine junge, hübsche Frau zurück. Sie werden verliebt und heiraten. Sie leben ein einfaches, aber liebevolles Leben. Um die Armut zu lindern verspricht die Frau einen schönen, kostbaren Stoff zu weben. Die Bedingung ist, dass sie in absoluter Abgeschiedenhet weben darf, niemand darf sie weben sehen, und sie kann es nur einmal machen.
Der Stoff, den sie webt, ist speziell, ein sogennanter Senba-Ori. Er ist heilig und gewebt mit tausenden von Federn, von einem lebenden Kranich genommen. Die Frau verwandelt sich in einen Kranich und pflückt die Federn von ihrem eigenen Leib. Sie ist abgemagert und müde, wenn sie ihrem Geliebten den Stoff übergibt.
Der Mann begibt sich in die Stadt um den Stoff zu verkaufen. Er wird reich und populär und gibt sich mit seinen Freunden einem eitlen Stadtleben hin. Er lässt sich von diesen überreden heimzukehren um mehr Stoff zu verlangen.
Bei der Heimkehr bemerkt die Frau, dass der Mann verändert ist. Sie wird ängstlich ihn zu verlieren und geht darauf ein noch einen Stoff zu weben. Sehr schwach und ermüdet übergibt sie den Stoff dem Mann, der sie wieder verlässt.
Wenn er nächstes mal wiederkommt bringt er seine Freunde mit sich. Sie bewegen die Frau dazu einen neuen Stoff zu weben. Sie respektieren aber nicht ihre einzige Bedingung und schaut in die Webstube hinein, wo sie in Gestalt eines Kranichs ihren Federstoff webt.
Erfüllt begeben sich die Männer auf den Weg in die Stadt. Die Frau ist verzweifelt und folgt ihnen nach um ihren geliebten nach Hause zu bringen. Er folgt ihr und versteht, dass er in seiner Gier sowohl die Frau als die selbstlose Liebe geopfert hat. Sie gibt ihm einen kleinen Stoff zum Andenken und verlässt sie.
In der Abenddämmerung sieht er einen einsamen, verwundeten Kranich verschwinden.










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